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Automation15. Mai 20267 Min.

Prozesse automatisieren: wo kleine Betriebe anfangen

Mark Burgelo

Gründer, MILVIAN

Die Frage ist nie „was lässt sich alles automatisieren". Sie lautet: was kostet gerade am meisten Zeit. Das sind zwei völlig verschiedene Fragen, und die zweite führt zu brauchbaren Ergebnissen.

Warum Automatisierungsprojekte scheitern

Fast immer aus demselben Grund: Sie setzen an fünf Stellen gleichzeitig an. Neues System hier, Schnittstelle dort, Umstellung überall. Das bindet mehr Aufmerksamkeit, als es freimacht, und wird nach drei Monaten abgebrochen.

Wir fangen deshalb mit genau einem Prozess an, messen vorher, wie lange er dauert, und danach noch einmal. Erst wenn diese Zahl steht, kommt der nächste. Das ist langsamer im Start und schneller im Ergebnis.

Ein Beispiel aus der Praxis

Bei TFT Ernst kamen Rechnungen als PDF und mussten von Hand ins ERP übertragen werden — 15 bis 20 Minuten pro Rechnung. Dazu kommt, was sich bei jedem manuellen Übertrag einschleicht: ein Zahlendreher in der Rechnungsnummer, eine Position übersehen, ein Betrag im falschen Feld.

Was wir gebaut haben:

  1. 1PDFs werden automatisch erkannt, sobald sie eintreffen
  2. 2Die Daten werden ausgelesen — Rechnungsnummer, Betrag, Positionen
  3. 3Der Eintrag ins ERP (SIMBA) passiert automatisch
  4. 4Eine Telegram-Nachricht meldet Erfolg oder Fehler

Das Ergebnis: über 265 Aufträge automatisch verarbeitet, mehr als 10 Stunden pro Woche gespart. Die ganze Geschichte steht in der Fallstudie.

Wichtig an diesem Beispiel ist nicht die Technik, sondern die Reihenfolge: Es war der Prozess, der am meisten Zeit fraß. Nicht der, der technisch am interessantesten war.

Wo es sich bei kleinen Betrieben fast immer lohnt

Terminbestätigungen. Kunde bucht, bekommt sofort eine Bestätigung und 24 Stunden vorher eine Erinnerung. Senkt Nichterscheinen deutlich. Werkzeuge dafür gibt es kostenlos.

Bewertungsanfragen. Der Klassiker, weil er im Tagesgeschäft immer untergeht. Ausführlich hier.

Anfrage landet, wo sie hingehört. Formular auf der Website → Benachrichtigung aufs Handy → Eintrag in der Kundenliste. Verhindert, dass eine Anfrage im Postfach versandet.

Belegverarbeitung. Rechnungen, Lieferscheine, Stundenzettel. Überall dort, wo jemand abends Zahlen abtippt.

Wiederkehrende Übertragungen zwischen Systemen. Die unsichtbare Arbeit, die niemand von Hand machen sollte und trotzdem jeder macht.

Was KI dabei tut — und was nicht

KI ist hier kein Zauberwort, sondern ein Werkzeug für genau eine Sorte Aufgabe: unstrukturierte Eingaben verstehen. Ein PDF, dessen Aufbau bei jedem Lieferanten anders ist. Eine E-Mail, aus der ein Termin herausgelesen werden soll. Eine Tonaufnahme, die als Text gebraucht wird.

Für alles, was fest strukturiert ist, braucht es keine KI — da ist klassische Automatisierung schneller, billiger und zuverlässiger.

Nützlich im Alltag sind vor allem: ein Sprachmodell für Entwürfe und Zusammenfassungen, ein Werkzeug für automatische Transkription, und ein Dienst, der Anwendungen ohne Programmierung verbindet. Die Wahl des Anbieters ist dabei zweitrangig — die Frage, welchen Handgriff Sie loswerden wollen, ist die eigentliche Arbeit.

Die ehrliche Grenze

Nicht alles gehört automatisiert. Unsere Faustregel: Was jedes Mal anders aussieht, bleibt schneller von Hand erledigt. Ein Prozess, der dreimal im Jahr vorkommt und jedes Mal Sonderfälle hat, kostet in der Automatisierung mehr, als er je einspart.

Ebenso: Automatisierung ist keine Personalfrage. In den Betrieben, mit denen wir arbeiten, ist es umgekehrt — es fehlen Leute fürs Büro, und die vorhandenen machen Aufgaben, für die sie überqualifiziert sind. Wer Belege abtippt, kümmert sich in dieser Zeit nicht um Kunden.

Was es kostet

Die meisten Automatisierungsprojekte bei uns beginnen ab 2.000 € einmalig. Angebunden wird an das, was Sie schon nutzen — ein Systemwechsel ist ausdrücklich nicht die Voraussetzung.

Ob sich das rechnet, lässt sich vorher ausrechnen, und genau das machen wir im ersten Schritt: Wir stoppen, wie lange der Handgriff heute dauert, und rechnen hoch. Wenn die Zahl nicht überzeugt, sagen wir das.

Mehr dazu auf unserer Seite zur KI-Automatisierung oder direkt im kostenlosen Erstgespräch.

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