Google-Bewertungen automatisieren: nie mehr hinterhertelefonieren
Mark Burgelo
Gründer, MILVIAN
Fast alle Kunden lesen Online-Bewertungen, bevor sie kaufen. BrightLocal erhebt das jährlich und kommt je nach Jahrgang auf Werte zwischen 90 und 98 Prozent — die genaue Zahl schwankt, die Richtung nicht.
Trotzdem fragen die wenigsten Betriebe aktiv nach Bewertungen. Und daraus entsteht ein Ungleichgewicht, das fast jedes Google-Profil verzerrt.
Warum Ihr Profil ein falsches Bild zeigt
Zufriedene Kunden bewerten selten von sich aus — sie sind zufrieden, die Sache ist erledigt, sie denken nicht mehr daran. Unzufriedene bewerten fast immer, und zwar noch am selben Abend.
Das Ergebnis: Ihr Profil zeigt nicht Ihre Arbeit, sondern die Ausnahmen. Ein Betrieb mit neunzig zufriedenen und drei verärgerten Kunden steht online bei drei Sternen, wenn nur die drei geschrieben haben.
Dagegen hilft genau eine Sache: fragen. Und zwar im richtigen Moment — direkt nach dem abgeschlossenen Auftrag, solange die Erinnerung frisch ist. Zwei Wochen später antwortet fast niemand mehr.
Warum es meistens trotzdem nicht passiert
Weil es im Tagesgeschäft untergeht. Der Auftrag ist fertig, der nächste wartet, und abends denkt niemand mehr an Bewertungsanfragen. Es ist keine Frage des Wollens, sondern des Zeitpunkts.
Deshalb ist das ein Fall für Automatisierung — nicht als Selbstzweck, sondern weil ein System sich an den richtigen Moment erinnert und Sie nicht.
Wie wir das gebaut haben
Wir betreiben dafür ein eigenes Werkzeug, MILVIAN Reviews. Der Ablauf:
- 1Auftrag abgeschlossen — Sie geben es frei, oder Ihr System meldet es automatisch
- 2Nach drei Tagen geht eine kurze Anfrage raus, per E-Mail oder WhatsApp
- 3Zufrieden? Der Kunde landet direkt auf Ihrer Google-Bewertungsseite
- 4Unzufrieden? Er landet auf einem internen Formular — und Sie erfahren es, bevor es öffentlich steht
- 5Keine Reaktion? Nach sechs Tagen eine freundliche Erinnerung
Punkt 4 ist der wichtigste und der am häufigsten missverstandene. Es geht nicht darum, schlechte Bewertungen zu verhindern — das wäre erstens unlauter und zweitens nach § 5 UWG angreifbar. Es geht darum, unzufriedene Kunden zu erreichen, solange man das Problem noch lösen kann. Wer sein Anliegen geschildert bekommt und behebt, bekommt oft nachträglich eine gute Bewertung.
Was das kostet, steht auf der Produktseite — ab 49 € im Monat pro Standort.
WhatsApp: der unterschätzte Kanal
Eine WhatsApp-Nachricht landet auf dem Sperrbildschirm und wird meist innerhalb von Minuten gelesen. Eine E-Mail konkurriert mit Newslettern, Rechnungen und Werbung — und geht darin oft unter.
Zu diesem Vergleich kursieren beeindruckende Zahlen („98 % Leserate"). Sie stammen fast durchweg aus Marketingmaterial und lassen sich nicht auf eine belastbare Untersuchung zurückführen. Verlassen Sie sich deshalb nicht darauf, sondern auf Ihre eigenen: Zählen Sie einen Monat lang, über welchen Kanal Anfragen tatsächlich hereinkommen.
Was WhatsApp Business kostenlos mitbringt und die meisten nicht einrichten:
- Unternehmensprofil mit Adresse, Öffnungszeiten und Website-Link
- Schnellantworten für die fünf Fragen, die Sie ohnehin jede Woche beantworten
- Begrüßungsnachricht für Erstkontakte — wirkt außerhalb der Geschäftszeiten Wunder
- Etiketten, um Anfragen zu sortieren
Und ein Knopf auf der Website. Viele Leute schreiben lieber, als anzurufen; die Hemmschwelle ist deutlich niedriger.
E-Mail: was tatsächlich läuft
E-Mail ist nicht tot, sie wird nur schlecht benutzt. Drei Abläufe lohnen sich für fast jeden Betrieb:
Bestätigung nach Anfrage. Automatisch, sofort, mit einer ehrlichen Angabe, wann Sie antworten. Das allein senkt die Zahl der Nachfrageanrufe spürbar.
Nachfassen nach dem Auftrag. Zufriedenheit abfragen, Bewertung anfragen, gegebenenfalls auf Passendes hinweisen.
Newsletter, aber nur mit etwas zu sagen. Ein Rundbrief ohne Inhalt schadet mehr, als er nützt.
Ein rechtlicher Punkt, an dem viele stolpern: Werbe-E-Mails brauchen eine vorherige ausdrückliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 UWG), und Sie müssen sie im Streitfall beweisen können. Ein Formular allein reicht dafür nicht — jeder könnte dort eine fremde Adresse eintragen. Nötig ist ein Bestätigungsklick in einer zugestellten Mail, dokumentiert mit Zeitpunkt. Alles andere ist abmahnfähig.
Der Zusammenhang
Diese drei Dinge greifen ineinander: Die Bewertungen machen Sie sichtbar, WhatsApp senkt die Hemmschwelle zur Anfrage, die E-Mail-Abläufe verhindern, dass eine Anfrage im Alltag untergeht. Einzeln bringt jedes davon spürbar weniger.
Und sie greifen in das, was daneben läuft: Bewertungen sind einer der stärksten Faktoren dafür, ob Sie in der lokalen Suche überhaupt auftauchen — wie der Rest dieses Bildes aussieht, steht in unserem Beitrag zu lokalem SEO. Und wenn die Anfragen ankommen, aber auf der Website versanden, liegt es meist an einem dieser sechs Punkte.
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