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Webdesign15. April 20265 Min.

Warum WordPress langsam ist — und was die Alternative ist

Mark Burgelo

Gründer, MILVIAN

Rund 40 % aller Websites laufen auf WordPress (Zählung von W3Techs). Das System ist etabliert, es gibt für alles eine Erweiterung, und fast jeder Dienstleister kann damit umgehen. Trotzdem ist es bei den Seiten, die wir prüfen, überdurchschnittlich oft die Ursache für lange Ladezeiten.

Das liegt nicht daran, dass WordPress schlecht wäre. Es liegt daran, wie es benutzt wird.

Warum es langsam wird

Jede Seite wird bei jedem Aufruf neu gebaut. WordPress fragt bei jedem Besucher die Datenbank ab, setzt daraus die Seite zusammen und schickt sie los. Bei viel Verkehr oder schwachem Hosting merkt man das sofort. Zwischenspeicher-Erweiterungen mildern es, beheben es aber nicht.

Erweiterungen summieren sich. Jedes Plugin bringt eigene Skripte und Stilvorlagen mit — und lädt sie meist auf jeder Seite, auch dort, wo es nichts tut. Ein Kontaktformular-Plugin lädt sein JavaScript auch im Blog. Zwanzig Erweiterungen sind schnell erreicht, und dann sind es zwanzig zusätzliche Ladevorgänge.

Seitenbaukästen erzeugen Ballast. Elementor, Divi und Konsorten sind bequem, produzieren aber verschachtelten Code. Was im Baukasten nach drei Kästen aussieht, sind im Ergebnis oft dreißig ineinandergeschachtelte Elemente.

Bilder werden hochgeladen wie sie sind. Das ist kein WordPress-Problem, fällt dort aber besonders auf, weil das Hochladen so leicht geht.

Was die Alternative ist

Wir bauen mit Next.js. Der entscheidende Unterschied: Die Seiten werden einmal beim Veröffentlichen erzeugt und danach als fertige Dateien ausgeliefert. Kein Datenbankzugriff, kein Zusammenbauen pro Besucher. Das Ergebnis sind Ladezeiten, die man nicht mehr optimieren muss, weil kaum etwas zu laden übrig ist.

Der Einwand kommt sofort und ist berechtigt: Kann ich dann noch selbst Inhalte pflegen? Ja. Auf Wunsch bekommen Sie ein Redaktionssystem mit einer Oberfläche, in der Sie Texte, Bilder und Preise ändern — die Seite wird danach automatisch neu erzeugt. Sie merken vom Unterschied nichts, Ihre Besucher schon.

Wann WordPress trotzdem richtig ist

Wir raten nicht grundsätzlich davon ab. Es bleibt die richtige Wahl, wenn:

  • Sie ein vorhandenes Team haben, das es beherrscht
  • Ihre Seite stark auf ein bestimmtes Plugin-Ökosystem angewiesen ist (bestimmte Shop- oder Buchungslösungen)
  • Sie eine bestehende große Seite haben, deren Umzug sich schlicht nicht rechnet

Und ein gut gepflegtes WordPress mit wenigen Erweiterungen, ordentlichem Hosting und verkleinerten Bildern ist deutlich schneller als ein schlecht gebautes Next.js. Das System ist nicht die halbe Miete — die Sorgfalt ist es.

Was aktuell wirklich zählt

Zum Thema Gestaltungstrends nur so viel: Was sich in den letzten Jahren durchgesetzt hat, ist weniger eine Mode als eine Rückkehr zur Vernunft. Weniger Elemente pro Seite. Größere Schrift. Echte Fotos statt Symbolbildern. Dunkelmodus, weil Geräte ihn mitbringen. Und vor allem: Tempo als Gestaltungsfrage, nicht als Technikfrage — jedes Element, das Sie weglassen, lädt schneller als jedes, das Sie optimieren.

Wo Sie stehen

Bevor Sie über einen Systemwechsel nachdenken, messen Sie. Unser Website-Check gibt Ihnen in dreißig Sekunden Tempo, SEO und Barrierefreiheit Ihrer Seite — und sagt Ihnen, welche Punkte tatsächlich Zeit kosten. Oft sind es zwei oder drei Bilder, nicht das System.

Wenn sich danach zeigt, dass ein Wechsel sinnvoll ist: Wie man einen Relaunch übersteht, ohne Sichtbarkeit zu verlieren, steht in unserer Relaunch-Checkliste.

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