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Webdesign24. Juli 20264 Min.

Website Relaunch Checkliste: Ohne Ranking-Verlust umziehen

Mark Burgelo

Gründer, MILVIAN

Ein Relaunch ist der Moment, in dem viele Unternehmen unnötig Sichtbarkeit verlieren. Die neue Website sieht besser aus, lädt schneller, die Struktur ist aufgeräumt – und trotzdem brechen die Besucherzahlen aus der Google-Suche ein. Das muss nicht sein. Die meisten Ranking-Verluste beim Relaunch entstehen durch handwerkliche Fehler, die sich mit etwas Planung vermeiden lassen.

Wir begleiten Website-Relaunches für kleine und mittlere Unternehmen im Münsterland und darüber hinaus. Aus dieser Praxis stammt die folgende Checkliste. Sie ist bewusst konkret gehalten.

Warum ein Relaunch Rankings kostet

Google kennt Ihre alte Website. Jede URL, die aktuell Besucher aus der Suche bringt, ist eine Adresse, die Google im Index hat. Beim Relaunch ändern sich oft URLs, Seitenstruktur, Überschriften und Inhalte. Wenn Sie dabei nicht sauber arbeiten, findet Google plötzlich Fehlerseiten statt Inhalten – und die aufgebaute Sichtbarkeit ist erst einmal weg.

Der Kern des Problems: Eine alte URL wie \/leistungen/webdesign\ wird zu \/webdesign\, und niemand sagt Google, dass die Seite umgezogen ist. Das Ergebnis ist eine 404-Fehlerseite, und die Ranking-Signale der alten Adresse verpuffen.

Website Relaunch Checkliste: Die wichtigsten Schritte

Arbeiten Sie diese Punkte in der Reihenfolge ab. Der größte Teil der Arbeit passiert vor dem Livegang.

1. Bestandsaufnahme der alten Website

Bevor irgendetwas Neues live geht, brauchen Sie eine vollständige Liste aller bestehenden URLs. Quellen dafür:

  • Die aktuelle XML-Sitemap
  • Die Google Search Console (Bericht "Seiten" und "Leistung")
  • Ein Crawler wie Screaming Frog, der die komplette Seite durchläuft

Markieren Sie besonders die Seiten, die aktuell Besucher aus der Suche bringen. Diese haben Priorität.

2. Weiterleitungsplan erstellen

Das ist der wichtigste Schritt überhaupt. Für jede alte URL, deren Adresse sich ändert, legen Sie fest, auf welche neue URL sie zeigen soll. Wichtig:

  • Verwenden Sie 301-Weiterleitungen (dauerhaft), nicht 302 (temporär).
  • Leiten Sie auf die thematisch passende neue Seite weiter, nicht pauschal auf die Startseite. Massenweiterleitungen auf die Homepage wertet Google praktisch als Fehlerseite.
  • Vermeiden Sie Weiterleitungsketten (URL A leitet auf B, B auf C). Leiten Sie direkt auf das Endziel.

Eine einfache Tabelle reicht völlig:

Alte URLNeue URL

|----------|----------|

/leistungen/webdesign/webdesign
/ueber-uns/team/team

3. Technische Grundlagen prüfen

Gehen Sie vor dem Livegang folgende Punkte durch:

  • Title-Tags und Meta-Descriptions von den wichtigen Seiten übernehmen oder gezielt verbessern
  • Überschriftenstruktur (H1 pro Seite, sinnvolle H2) beibehalten
  • Interne Verlinkung so setzen, dass wichtige Seiten weiterhin gut erreichbar sind
  • Ladezeit testen – ein Relaunch ist die Gelegenheit, hier besser zu werden
  • Mobile Darstellung auf echten Geräten kontrollieren

4. Indexierung während der Entwicklung sperren

Die Entwicklungsversion darf nicht bei Google landen. Sperren Sie die Test- oder Staging-Umgebung per Passwortschutz. Achten Sie beim Livegang unbedingt darauf, diese Sperre wieder zu entfernen. Wir haben schon Websites gesehen, die wochenlang unsichtbar waren, weil nach dem Livegang die Zeile \noindex\ versehentlich stehen blieb.

5. Am Tag des Livegangs

  1. 1Weiterleitungen aktivieren und stichprobenartig testen
  2. 2Prüfen, dass die neue Seite indexierbar ist (kein noindex, robots.txt erlaubt Crawling)
  3. 3Neue XML-Sitemap erzeugen
  4. 4Sitemap in der Google Search Console einreichen

6. Nach dem Livegang beobachten

Die Google Search Console ist jetzt Ihr wichtigstes Werkzeug. In den ersten Wochen sollten Sie regelmäßig hineinschauen:

  • Bericht "Seiten": Steigt die Zahl der Fehlerseiten (404) an? Dann fehlt eine Weiterleitung.
  • Bericht "Leistung": Wie entwickeln sich Klicks und Impressionen? Ein kurzer Rückgang direkt nach dem Umzug ist normal, ein anhaltender Absturz ist ein Warnsignal.
  • Reichen Sie die neue Sitemap ein und prüfen Sie, ob Google sie verarbeitet.

Rechnen Sie damit, dass sich die Rankings über einige Wochen neu einpendeln. Panik am dritten Tag hilft nicht weiter – ein systematischer Blick in die Daten schon.

Häufige Fehler beim Agenturwechsel

Besonders heikel wird es, wenn gleichzeitig die Agentur wechselt. Typische Stolperfallen aus unserer Erfahrung:

  • Zugänge fehlen: Die alte Agentur hat Google Search Console, Analytics oder den Hosting-Zugang eingerichtet, aber niemand kommt mehr heran. Klären Sie früh, wem welche Konten gehören.
  • Keine Übergabe der alten URL-Struktur: Die neue Agentur baut auf der grünen Wiese und kennt die wichtigen Bestandsseiten nicht.
  • Keine Verantwortung für Weiterleitungen: Beide Seiten gehen davon aus, die jeweils andere kümmere sich darum. Legen Sie schriftlich fest, wer den Weiterleitungsplan umsetzt.
  • Kein Zugriff auf alte Inhalte: Wenn die alte Website vom Netz geht, bevor Sie alle Inhalte gesichert haben, ist Nacharbeit teuer.

Mein Rat: Lassen Sie die alte Website erst abschalten, wenn die neue steht, die Weiterleitungen greifen und Sie die Search Console kontrolliert haben.

Ein sauberer Relaunch ist kein Hexenwerk, aber er verlangt Sorgfalt an den richtigen Stellen. Wenn Sie einen Relaunch planen und sicher durch diesen Prozess kommen möchten, schreiben Sie uns – wir schauen im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam auf Ihr Projekt.

Der technische Durchgang vor dem Livegang

Diese Punkte kosten am häufigsten Besucher, und alle sind vor dem Umschalten prüfbar:

Ladezeit über drei Sekunden. Google hat 2016 gemessen, dass 53 % der Besucher eine mobile Seite verlassen, wenn sie länger als drei Sekunden lädt. Die Studie ist alt, die Ungeduld ist es nicht.

Kein HTTPS. Browser zeigen „Nicht sicher" an. Das Zertifikat ist heute kostenlos, es gibt keinen Grund dafür.

Video mit Ton, das von allein startet. Der zuverlässigste Weg, jemanden sofort zu vertreiben.

Einblendung nach null Sekunden. Lassen Sie Besucher erst ankommen.

Schrift zu klein oder zu blass. Prüfen Sie es auf einem Handy im Sonnenlicht, nicht am Monitor.

Symbolbilder aus Bilddatenbanken. Jeder erkennt sie, und sie sagen: Wir zeigen uns nicht gern.

Kontaktdaten versteckt. Telefonnummer gehört in die Kopfzeile, antippbar.

Veraltete Angaben. Ein Copyright-Jahr aus der Vergangenheit im Fußbereich lässt die ganze Seite tot wirken.

Rechtliches, das beim Relaunch gern untergeht

Der Relaunch ist der beste Moment, das mitzuerledigen — hinterher macht es niemand mehr.

Impressum. Name, Anschrift, Kontakt, Rechtsform, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Von jeder Seite in höchstens zwei Klicks erreichbar.

Datenschutzerklärung. Welche Daten werden erhoben, wozu, wie lange, und welche Rechte haben Besucher. Sie muss zu dem passen, was die Seite tatsächlich tut — eine Erklärung, die Dinge beschreibt, die es gar nicht gibt, ist genauso falsch wie eine, die etwas verschweigt.

Einwilligung, wenn nötig. Ein Hinweisbanner brauchen Sie nur, wenn Sie tatsächlich zustimmungspflichtige Techniken einsetzen. Ein Banner mit einer einzigen „OK"-Schaltfläche ist keine wirksame Einwilligung (§ 25 TDDDG). Der einfachere Weg ist oft, auf das Zustimmungspflichtige zu verzichten.

Schriftarten lokal einbinden. Werden Schriften bei jedem Aufruf von einem fremden Server geladen, geht die IP-Adresse Ihrer Besucher dorthin mit.

Eingebettete Videos. Nicht direkt einbinden, sondern erst nach einem Klick laden.

Verträge zur Auftragsverarbeitung mit allen Dienstleistern, die Daten für Sie verarbeiten — Hosting, Versanddienst, Statistik.

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